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Das 21.Jahrhundert – eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur oder das Ende der Zivilisation

Solange der Mensch gewalttätiges Handeln, Lügen und Betrügen nicht nur für ein unvermeidliches Übel, sondern für einen notwendigen, ja sogar richtigen Ansatz für Problemlösungen aller Art hält, wird es keine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur geben und die Zivilisation wird früher oder später kollabieren.  Gewalt kann jedoch nur überwunden werden, wenn wir die Natur und uns selbst so gut verstehen, dass uns gewalttätiges Handeln als sinnlos erscheint.

Wie sieht gewalttätiges Handeln auf der höchsten Stufe des Wirtschaftssystems, in der Finanzwelt aus? In einem weitgehend rechtsfreien, komplett undemokratischen Raum plündern die Banken und Investmentfonds via Zinsgebühren, Spekulation, Manipulation, Wirtschafts-Lobbying, Geldwäsche, Beihilfe zur Steuerhinterziehung und den unter ihrer Kontrolle stehenden Massenmedien die Realwirtschaft. Sowohl die Regierungen unserer sogenannten demokratischen, westlichen Staaten, als auch mehr oder weniger alle anderen Regierungen und Staaten auf dem Planeten sind bei dieser Plünderung entweder aktiv beteiligt, passive Zuschauer oder zahnlose Kritiker. Kein einziger Verantwortlicher der grossen, amerikanischen und europäischen Bankhäuser wurde nach der Finanzkrise von 2008 verurteilt. Statt dessen stellte man in Frankreich den Trader Kerviel von der Société Générale an den Pranger und in New York den Betrüger Madoff. Mario Draghi, der als Vizepräsident von Goldman Sachs mit dafür verantwortlich war, dass sich Griechenland mittels gefälschter Buchhaltung in die Eurozone schummeln konnte, ist seit dem 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank, sowie Vorstandsmitglied der „Bank der Banken“, der BIZ in Basel. Mario Monti, ebenfalls ehemaliger Angestellter von Goldman Sachs ist heute Präsident von Italien. Das Justizmonopol unserer Staaten ist also schleichend zu einem Monopol der Finanzwelt geworden.

Auf der zweithöchsten Stufe im System finden wir heute den Grosshandel, die Grossindustrie, Versicherungen und Rohstoffproduzenten. Dies ist die Welt von ArcelorMittal, Bechtel, Nestle, Swiss Re, Novartis, Toyota, und Monsanto. Sie plündern, da sie selbst zur Realwirtschaft gehören, die Menschen und den Planeten. Auch auf dieser Stufe sind Regierungen und Staaten, egal welcher Couleur, die willigen Vollstrecker sollte der „freie Markt“ nicht im Sinne der Multis spielen. Dazu gesellen sich die Wissenschaftler, die, zunehmend von der Privatwirtschaft finanziert, massgeschneidert Forschungsresultate für ihre Auftraggeber produzieren. Kommt es zu Rivalitäten und Rohstoffverteilkämpfen im grossen Stil, so wie bei der Aufteilung Afrikas zwischen China und dem Westen können die nationalen Armeen mobilisiert werden, um den Interessen dieser Grossunternehmen Nachdruck zu verleihen. Terroristen, Aufständische und autoritäre Herrscher sind deshalb ein gefundenes Fressen, da man dadurch die Kriege dem Fussvolk als humanitäre Intervention verkaufen kann.

Auf der dritthöchsten Stufe finden wir die Welt der KMUs und der Kleingewerbler. Diese können meist bloss noch ihre Angestellten ausbeuten. Da sie selbst jedoch schon unter massivem Druck der Grossunternehmen und der Finanzwelt stehen, suchen sie häufiger nach Kooperationsmodellen und machen ihre Angestellten zu echten Mitarbeitern, weil sie nur so als Unternehmen überlebensfähig sind.

Auf der untersten Stufe stehen alle eigentlichen Produzenten und Diener am Nächsten, die Landwirte, die freien Künstler, die freien Forscher, die Erfinder, die Handwerker, ein Heer von Hausfrauen, die Feuerwehr, die Altenpfleger und Landärzte. Sie können meist nur noch sich selbst, ihren Partner oder, im Falle der Bauern, Tiere, Pflanzen und Boden ausbeuten.

Eine Ausnahmeposition nimmt in dieser Konstellation die Computerindustrie ein. Sie ist die Branche, welche sich ausschliesslich auf Informationsverarbeitung konzentriert. Interessanterweise ist diese Industrie die einzige, welche seit Jahren bei stetig fallenden Preisen immer leistungsfähigere Produkte liefert. Deshalb ist die Computer bzw. Informationsindustrie mit dem Internet der ideale Partner für Bauern. Es ist an der Zeit diese Infrastruktur, welche für nicht einmal 50 Franken pro Monat unbeschränkt genutzt werden kann, intensiv in den Dienst der Landwirtschaft zu stellen. Das Internet ist der Ort, wo alle Informationen, jeglicher Qualitätsstufe für alle Menschen zugänglich werden. (Dazu gehört natürlich nicht die Weisheit des Herzens. Die kann nur jeder für sich allein in sich bzw. Bei Gott finden.) Überlassen wir das Feld nicht der Unterhaltungsindustrie, den Onlineshops und Masenmedien welche unsere Computer und Smartphones mit ablenkendem, geistigem Giftmüll fluten! Seit einigen Jahren findet via Internet zum Beispiel eine wachsende Zahl von höchst informativen Dokumentarfilmen, wie „Moving Forward“ vom Zeitgeistmovement, „Le monde selon Monsanto“ und „Zukunft pflanzen“ von Marie-Monique Robin oder „Water makes money“ ihren Weg zu Millionen von Menschen. Sie alle helfen uns, zu verstehen, wer wir sind, wie eine sinnvolle Zukunft aussehen könnte und welche Hindernisse uns dabei im Weg stehen. Und das ist bloss der Anfang. Allein schon die Möglichkeiten, die es gibt, das Verständnis der Kinder und Jugendlichen für Natur und Landwirtschaft zu fördern sind nahezu unbegrenzt.

Es gibt noch zu viele Bauern, die lieber über die Ausländer schimpfen, welche vom Schweizer Sozialsystem profitieren, als die transnationalen Banker anzuprangern, welche dem Staat Rettungsschirme abnötigen und das Reservegold der Nationalbank zu Schleuderpreisen verscherbeln. Es gibt auch noch zu viele Bauern, die über Rassisten schimpfen, aber nichts an europafreundlicher Politik mit offenen Grenzen und Massenimmigration auf dem Arbeitsmarkt auszusetzen haben. Es gibt noch zu viele Bauern, die denken, Permakultur und Zugtiere auf dem Acker seien die Antwort auf alle Fragen ohne auch nur Ansatzweise zu erklären, wie auf diesem Weg die aktuellen Mengen an Grundnahrungsmitteln für 7 Milliarden ( davon bald 4 Millionen in Städten wohnhaft) produziert werden können. Es gibt, und das ist wohl der härteste Brocken, immer noch viel zu viele Bauern, die den Boden und ihre Tiere nicht kultivieren und bereichern, sondern ausnützen und ausrauben; auf subtilere und weniger subtile Art und Weise, mit mehr oder weniger fadenscheinigen Begründungen, die meistens aus den Marketingabteilungen von Syngenta, Monsanto oder womöglich der Weltbank stammen. Deshalb brauchen wir eine Informationsoffensive, ja eine regelrechte Transformations-Bewegung.

Kein Mensch wird mehr dazu überredet werden können, in einer Armee zu dienen um ahnungslose Menschen in fremden Ländern zu töten, wenn er so gut informiert ist, dass er versteht, wem der Krieg in Wahrheit wirklich dient. Schon heute geben amerikanische Irakkriegsveteranen in öffentlichen Kundgebungen ihre Uniform und Auszeichnungen ab, aus Protest gegen den Missbrauch, der mit ihnen getrieben wurde. Morgen gehen sie die Uniform schon gar nicht mehr fassen. Kein Mensch wird mehr stolz darauf sein, in einer Bank zu arbeiten und einen Haufen Geld zu verdienen, wenn er versteht, dass unser Finanzsystem ein Diebstahls und Betrugssystem für jene ist, die genügend Kapital besitzen. Schon heute steigen mehr und mehr Banker aus ihrem Beruf aus, um einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Manche werde sogar Bauer. Morgen werden sie die sinnlose Erfahrung in einem Büro zu sitzen und über „Futures“ und „CDS“ zu reden gar nicht mehr machen wollen. Selbstverständlich wird auch keine Frau einem Mann mehr besondere Aufmerksamkeit schenken, der sein Geld mit kriminellen und unlauteren Mitteln erwirtschaftet hat, wenn sie versteht, wie zerstörerisch diese Gewalt ist und wie sie selbst letztlich als Frau, als Mutter und Mutter Erde die Leidtragende ist. Schon heute lassen sich viele Frauen scheiden, wenn sie merken, wie wenig die Beziehung zu ihrem betrügerischen Mann mit dem echten Leben und echter Erfüllung zu tun hat. Morgen werden sie diese Männer erst gar nicht mehr heiraten.

Nachsatz: Vergessen wir nicht: Geld war ursprünglich ein Kommunikationsmittel für Wertvorstellungen, das den Menschen erlaubt unabhängig vom Tauschhandel zu werden, der sich im Laufe der Spezialisierung der Berufe und der Ausweitung der Handelsnetze immer mehr verkomplizierte. Wertvorstellungen sind von Natur aus subjektiv, individuell und meistens irrational. Geld ermöglichte dass Menschen mit unterschiedlichsten Wertvorstellungen einen Tausch vollziehen konnten. Sobald wir dem anderen mit Gewalt einen Wert aufzwingen, hat das Geld seine ursprüngliche Funktion verloren. Den Bauern wird unentwegt der Wert ihrer Arbeit und der Früchte ihrer Arbeit aufgezwungen. Wenn wir uns informieren und verstehen, wie die Natur im innersten wirklich funktioniert, hören wir auf, uns und andere zu etwas zu zwingen. So und nur so werden Herr und Sklave beide zu ihren eigenen Meistern.

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