Der Westen ist moralisch bankrott

Auszüge aus der Rede des syrischen Aussenministers zum Auftakt der Konferenz in Montreux:
Meine Damen und Herren, (…). Nie zuvor war ich in einer schwierigeren Situation. Meine Delegation und ich tragen die Last von drei Jahren der Not, durchlitten von unseren Landsleuten: das Blut unserer Märtyrer, die Tränen unserer Hinterbliebenen, die Qualen der Familien, die auf Nachrichten von ihren Liebsten warten – entführt oder vermißt – die Schreie unserer Kinder, deren zarte Finger zum Ziel von Mörsergranatbeschuß in ihren Klassenzimmern wurden (…). Meine Delegation und ich tragen auch die Hoffnung einer Nation für die kommenden Jahre: Das Recht jedes Kindes wieder sicher zur Schule zu gehen. Das Recht der Frauen, aus dem Haus zu gehen, ohne Angst zu haben, entführt, getötet oder vergewaltigt zu werden. Den Traum unserer Jugend, ihr großes Potential auszuschöpfen. Die Rückkehr zur Sicherheit, so daß jeder Mann seine Familie sicher zurücklassen kann, in der Gewißheit, daß er wiederkommen wird.

Es ist bedauerlich, meine Damen und Herren, daß in diesem Raum heute Repräsentanten von Ländern unter uns sind, die Blut von Syrern an ihren Händen haben, Länder, die Terrorismus exportiert haben zusammen mit Gnade für die Täter, so als ob es ihr gottgegebenes Recht wäre, zu bestimmen, wer in den Himmel kommt und wer in die Hölle. (…) Länder, die sich selbst die Autorität gegeben haben, anderen Legitimität zu verleihen oder zu verwehren, so wie sie es für richtig hielten, ohne jemals ihre eigenen archaischen Glashäuser zu betrachten, bevor sie Steine auf anerkannte befestigte Türme warfen. Länder, die uns schamlos über Demokratie, Entwicklung und Fortschritt belehren, während sie in ihrer eigenen Ignoranz und ihren mittelalterlichen Normen ertrinken. (…)
Lügen und Waffen
Sie haben Syrien belehrt, (…) während sie selbst im Schlamm von Versklavung, Kindesmord und anderen mittelalterlichen Praktiken versunken sind. Nach all ihren Bemühungen und darauffolgenden Scheitern sind ihre Masken von ihren zitternden Gesichtern gefallen und haben ihre perversen Ambitionen entblößt. Ein Verlangen, Syrien zu destabilisieren und zerstören, indem sie ihr nationales Produkt exportieren: Terrorismus. Sie haben ihre Petrodollar benutzt, um Waffen zu kaufen, Söldner zu rekrutieren und Sendezeit vollzustopfen, um ihre stumpfsinnige Brutalität unter der Tarnung der sogenannten »Syrischen Revolution, die die Hoffnungen des syrischen Volkes erfüllen wird« mit Lügen zu verschleiern.

Meine Damen und Herren, wie soll das, was passiert ist und Syrien weiter quält, diese Hoffnungen erfüllen? Wie können tschetschenische, afghanische, saudische, türkische oder sogar französische und englische Terroristen die Hoffnungen des syrischen Volkes bedienen und womit? Ein islamischer Staat, der vom Islam nichts als perverses weiß. Wahhabismus? Wer hat denn überhaupt erklärt, daß das syrische Volk es anstrebt, Tausende Jahre in der Vergangenheit zu leben?

In Syrien, meine Damen und Herren, werden schwangere Frauen abgeschlachtet und ihre Föten getötet; Frauen werden vergewaltigt, tot oder lebendig, in Praktiken, die so abscheulich, so niederträchtig und so widerlich sind, daß sie nur einer perversen Doktrin zugeschrieben werden können. In Syrien, meine Damen und Herren, werden Männer im Namen dieser Revolution vor ihren Kindern abgeschlachtet; schlimmer noch, das wird getan, während die Kinder dieser ausländischen Täter singen und tanzen. Wie können sogenannte Revolutionäre in Syrien das Herz eines Menschen verzehren und behaupten, Freiheit, Demokratie und ein besseres Leben voranzutreiben? Unter dem Vorwand der »Großen Syrische Revolution« werden Zivilisten, Geistliche, Frauen und Kinder getötet, Opfer werden wahllos in den Straßen und in Gebäuden in die Luft gesprengt, unabhängig von ihren politischen Ansichten oder Ideologien; Bücher und Bibliotheken werden verbrannt, Gräber ausgehoben und Artefakte gestohlen. Im Namen der Revolution werden Kinder in ihren Schulen ermordet und Studenten in ihren Universitäten, Frauen erpreßt, Moscheen werden beschossen, während Gläubige zum Gebet knien, Köpfe werden abgetrennt und in den Straßen aufgehangen, Menschen werden lebendig verbrannt in einem regelrechten Holocaust, den die Geschichte und viele Länder leugnen werden, ohne des Antisemitismus’ beschuldigt zu werden. (…)

Meine Damen und Herren, alles was sie gehört haben, wäre nicht möglich gewesen, wenn unsere angrenzenden Länder während dieser schweren Jahre gute Nachbarn gewesen wären. Leider waren sie davon weit entfernt; mit Rückenstechern im Norden, stummen Schaulustigen im Westen, einem schwachen Süden, gewohnt, dem Geheiß anderer zu folgen, oder dem müden und erschöpften Osten, noch immer taumelnd aufgrund der Pläne, ihn zusammen mit Syrien zu zerstören.

In der Tat wurde die Misere und Zerstörung, die Syrien erfaßt hat, durch die Entscheidung der Regierung Erdogan ermöglicht, diese kriminellen Terroristen einzuladen und aufzunehmen, bevor sie nach Syrien kamen. Offensichtlich sich nicht der Tatsache bewußt, daß der Zauber sich letztendlich gegen den Magier wendet, schmeckt sie jetzt langsam die sauren Keime, die sie gesät hat. Denn Terrorismus kennt keine Religion und ist nur sich selbst gegenüber loyal. (…) Trotzdem ist sie auf dem gleichen grausamen Pfad weitergegangen, in dem falschen Glauben, daß der Traum von Syyid Qutb und Mohammed Abdel Wahab letztendlich realisiert würde. Sie haben von Tunesien über Libyen bis Ägypten und dann in Syrien für Chaos gesorgt, entschlossen, eine Illusion zu erreichen, die nur in ihren kranken Köpfen existiert. (…)
Nachbarn legen Feuer
Einige Nachbarn haben in Syrien Feuer gelegt, während andere rund um den Globus Terroristen rekrutiert haben – und hier sind wir nun bei den schockierend absurden Doppelstandards: 83 Nationalitäten kämpfen in Syrien – niemand brandmarkt das, niemand verurteilt das, niemand überdenkt seine Position – und sie sprechen unverschämt weiter von der glorreichen syrischen Revolution! (…) Trotz allem ist das syrische Volk standhaft geblieben, und die Antwort waren Sanktionen für unser Essen, für unser Brot und unserer Kinder Milch, um unsere Bevölkerung verhungern zu lassen, sie in Krankheit und Tod zu treiben. Gleichzeitig wurden Fabriken geplündert und niedergebrannt, unsere Lebensmittel und Arzneiindustrie gelähmt; Krankenhäuser und Gesundheitszentren zerstört, Schienen und Stromleitungen sabotiert und selbst unsere Gebetsorte – christliche und muslimische – blieben nicht vom Terrorismus verschont.

Als all das scheiterte, drohte Amerika, Syrien anzugreifen, fabrizierte mit seinen Alliierten, westlichen und arabischen, die Geschichte über den Einsatz von Chemiewaffen, die es nicht einmal schaffte, ihre eigene Öffentlichkeit zu überzeugen, von unserer ganz zu schweigen. Länder, die Demokratie, Freiheit und Menschenrechte zelebrieren, haben leider nur die Sprache von Blut, Krieg, Kolonialismus und Hegemonie gesprochen. Demokratie wird mit Feuer aufgezwungen, Freiheit mit Kampfflugzeugen und Menschenrechte mit dem Morden von Menschen, weil sie sich daran gewöhnt haben, daß die Welt ihrem Geheiß folgt. Wenn sie etwas wollen, wird es passieren; wenn sie es nicht wollen, passiert es nicht. Sie haben achtlos vergessen, das die Angreifer, die sich in New York in die Luft gesprengt haben, der gleichen Doktrin folgen und aus der gleichen Quelle kommen, wie die, die sich in Syrien in die Luft sprengen. Sie haben achtlos vergessen, daß der Terrorist, der gestern in Amerika war, heute in Syrien ist, und wer weiß, wo er morgen sein wird. Was sicher ist, ist, daß er hier nicht aufhören wird. Afghanistan ist eine gute Lektion für jeden, der lernen will – jeden! Leider wollen die meisten nicht lernen, weder Amerika noch einige der »zivilisierten« westlichen Länder, die ihm folgen. (…)

Und plötzlich sind sie »Freunde ­Syriens« geworden. Vier dieser »Freunde« sind autokratische Unterdrückermonarchien, die nichts über einen zivilen Staat oder Demokratie wissen, während die anderen die gleichen Kolonialmächte sind, die Syrien vor nicht einmal hundert Jahren besetzt, geplündert und aufgeteilt haben. Wir sind hier als Repräsentanten des syrischen Volkes und des Staates, aber lassen es für alle klar sein (…), daß niemand die Autorität hat, einem Präsidenten, einer Regierung, einer Verfassung, einem Gesetz oder irgend etwas sonst Legitimität zu verleihen oder entziehen, außer dem syrischen Volk selbst. Daher wird jegliches Abkommen, das hier erreicht wird, Inhalt eines nationalen Referendums sein. (…) Heute, bei dieser Zusammenkunft arabischer und westlicher Mächte, haben wir eine einfache Wahl: Wir können uns entscheiden, Terrorismus und Extremismus zusammen zu bekämpfen und einen neuen politischen Prozeß zu beginnen, oder Sie können weiterhin Terrorismus in Syrien unterstützen. (…) Dies ist der Moment der Wahrheit und des Schicksals; laßt uns dieser Herausforderung stellen. Danke.

Übersetzung aus dem Englischen: Christian Selz

Erziehung durch Kinder

Vielleicht besteht dennoch die Möglichkeit, dass wir noch eines Tages von unseren Kindern erzogen werden. Sicher nicht von jenen, die sich an die Macht gepuscht haben, mit Quengeln und Kratzen, sondern jenen, die ihre kurze Lebenszeit bereits genutzt haben, einige wesentliche Dinge zu verstehen; unter anderem mit Hilfe des Wissens das die  Erwachsenen ihnen zur Verfügung stellen und aus welchem sie frei auswählen können, gemäss ihrer Intelligenz.

Der 12 jährige Junge aus Ägypten ist auf alle Fälle ein guter Anwärter für die „gespiegelte“ Erziehung.

Wer hat das Risiko? Wer hat die Arbeit? Wer hat den Dreck?

Am kommenden 26. Februar strahlt Arte den Dokumentarfilm „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ aus.  Der Film erklärt, wie die Staatsmilliarden dazu verwendet wurden und werden, um Anleger zu retten, welche in den Ländern wie Griechenland oder Spanien ihr Kapital investiert haben.
Nicht die Griechen oder der Griechische Staat werden also gerettet (in Griechenland wird Staatsbesitz als Sicherheit an Gläubiger abgetreten), sondern einmal mehr der Kreditor. Der Kreditor  ist wohl in vielen Fällen heutzutage auch der Pensionär, welcher die Rente aus seinem Pensionskassenkapital finanziert. Das macht einmal mehr sichtbar, was die eigentliche Idee von verzinstem Kapital in Wahrheit ist: ein risikoloses (zur Zeit staatlich versichertes), arbeitsfreies und somit bedingungsloses (Grund)Einkommen, womit in der Realwirtschaft Güter und Dienstleistungen bezogen werden können. Daraus ergeben sich vier bis fünf ganz einfache, realwirtschaftliche Fragen:

1. Wie viele Menschen MÜSSEN arbeiten, um die Bedürfnisse aller Menschen zu befriedigen, inklusive jener, die zu alt, zu jung,  zu schwach, zu krank oder zu dumm zum arbeiten sind?

2. Wie viele von den Menschen, die arbeiten müssen, MÜSSEN eine Arbeit verrichten, die anstrengend, gesundheitsschädigend, entwürdigend, gefährlich, verrohrend oder ganz einfach langweilig ist? (Und was müsste man ihnen als Kompensation bieten, damit ihr Los erträglicher ist?)

3. Wie viele Menschen MÜSSEN arbeiten, damit weder die Menschen, noch der Planet unter den Folgen der Produktionsmethoden  in Landwirtschaft, Bergbau, Industrie, Tourismus und Freizeit zu leiden haben?

4. Könnte es sein, dass viel mehr Menschen arbeiten WOLLEN, als Menschen, die arbeiten müssen, solange man sie nicht dazu zwingt?

5. Was muss getan werden (oder was muss geschehen?), damit es nur noch Menschen gibt, die arbeiten WOLLEN? Brainwashing? Soma und Extasy für alle? Universelle Standards und Spielregeln für alle Völker? Freie Energie? Rückkehr des Heilands im Zentrum von Damaskus? Ein Asteroideneinschlag? Eine neue Musik die alle verzaubert?

Island zeigt uns den Meister

Gibt es entgegen sämtlicher Wahrscheinlichkeiten doch auch intelligente Politiker? Das Interview mit Birgita Jonsdottir lässt es vermuten. Frau Jonsdottir, Mitglied des Isländischen Parlaments, erwähnt mehrere Dinge, die man normalerweise von einem Politiker nie zu hören bekommt.
Island hat seit dem Zusammenbruch nach 2008 nicht bloss Reformen eingeleitet, sondern befindet sich in einem regelrechten Transformationsprozess. 2012 entstand dort die, meines Wissens, erste Volksverfassung seit der antiken Demokratie der Athener. Neu ohne Sklaven und mit Beteiligung der Frauen. Der Netzwerker Markus Rüegg hat auf seiner Webseite den Entwicklungen unter dem Titel „Island-ein totgeschwiegendes Vorbild“ ein ganzes Kapitel gewidmet.
Es bleibt abzuwarten, wie dieses Selbstbestimmungs-Experiment, welches im Gegensatz zum iranischen oder dem libyschen von Khaddafi, eindeutig post-konventionell und pluralistisch ist, vom Imperium beantwortet wird. Die bisherige Taktik scheint die zu sein, es zu ignorieren. Also, sprich mit deinem Nachbarn und deinen Freunden über diese erstaunlichen Erfahrungen der Isländer. Schon morgen könnten wir ihr Experiment bei uns wiederholen!

21

Das 21.Jahrhundert – eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur oder das Ende der Zivilisation

Solange der Mensch gewalttätiges Handeln, Lügen und Betrügen nicht nur für ein unvermeidliches Übel, sondern für einen notwendigen, ja sogar richtigen Ansatz für Problemlösungen aller Art hält, wird es keine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur geben und die Zivilisation wird früher oder später kollabieren.  Gewalt kann jedoch nur überwunden werden, wenn wir die Natur und uns selbst so gut verstehen, dass uns gewalttätiges Handeln als sinnlos erscheint.

Wie sieht gewalttätiges Handeln auf der höchsten Stufe des Wirtschaftssystems, in der Finanzwelt aus? In einem weitgehend rechtsfreien, komplett undemokratischen Raum plündern die Banken und Investmentfonds via Zinsgebühren, Spekulation, Manipulation, Wirtschafts-Lobbying, Geldwäsche, Beihilfe zur Steuerhinterziehung und den unter ihrer Kontrolle stehenden Massenmedien die Realwirtschaft. Sowohl die Regierungen unserer sogenannten demokratischen, westlichen Staaten, als auch mehr oder weniger alle anderen Regierungen und Staaten auf dem Planeten sind bei dieser Plünderung entweder aktiv beteiligt, passive Zuschauer oder zahnlose Kritiker. Kein einziger Verantwortlicher der grossen, amerikanischen und europäischen Bankhäuser wurde nach der Finanzkrise von 2008 verurteilt. Statt dessen stellte man in Frankreich den Trader Kerviel von der Société Générale an den Pranger und in New York den Betrüger Madoff. Mario Draghi, der als Vizepräsident von Goldman Sachs mit dafür verantwortlich war, dass sich Griechenland mittels gefälschter Buchhaltung in die Eurozone schummeln konnte, ist seit dem 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank, sowie Vorstandsmitglied der „Bank der Banken“, der BIZ in Basel. Mario Monti, ebenfalls ehemaliger Angestellter von Goldman Sachs ist heute Präsident von Italien. Das Justizmonopol unserer Staaten ist also schleichend zu einem Monopol der Finanzwelt geworden.

Auf der zweithöchsten Stufe im System finden wir heute den Grosshandel, die Grossindustrie, Versicherungen und Rohstoffproduzenten. Dies ist die Welt von ArcelorMittal, Bechtel, Nestle, Swiss Re, Novartis, Toyota, und Monsanto. Sie plündern, da sie selbst zur Realwirtschaft gehören, die Menschen und den Planeten. Auch auf dieser Stufe sind Regierungen und Staaten, egal welcher Couleur, die willigen Vollstrecker sollte der „freie Markt“ nicht im Sinne der Multis spielen. Dazu gesellen sich die Wissenschaftler, die, zunehmend von der Privatwirtschaft finanziert, massgeschneidert Forschungsresultate für ihre Auftraggeber produzieren. Kommt es zu Rivalitäten und Rohstoffverteilkämpfen im grossen Stil, so wie bei der Aufteilung Afrikas zwischen China und dem Westen können die nationalen Armeen mobilisiert werden, um den Interessen dieser Grossunternehmen Nachdruck zu verleihen. Terroristen, Aufständische und autoritäre Herrscher sind deshalb ein gefundenes Fressen, da man dadurch die Kriege dem Fussvolk als humanitäre Intervention verkaufen kann.

Auf der dritthöchsten Stufe finden wir die Welt der KMUs und der Kleingewerbler. Diese können meist bloss noch ihre Angestellten ausbeuten. Da sie selbst jedoch schon unter massivem Druck der Grossunternehmen und der Finanzwelt stehen, suchen sie häufiger nach Kooperationsmodellen und machen ihre Angestellten zu echten Mitarbeitern, weil sie nur so als Unternehmen überlebensfähig sind.

Auf der untersten Stufe stehen alle eigentlichen Produzenten und Diener am Nächsten, die Landwirte, die freien Künstler, die freien Forscher, die Erfinder, die Handwerker, ein Heer von Hausfrauen, die Feuerwehr, die Altenpfleger und Landärzte. Sie können meist nur noch sich selbst, ihren Partner oder, im Falle der Bauern, Tiere, Pflanzen und Boden ausbeuten.

Eine Ausnahmeposition nimmt in dieser Konstellation die Computerindustrie ein. Sie ist die Branche, welche sich ausschliesslich auf Informationsverarbeitung konzentriert. Interessanterweise ist diese Industrie die einzige, welche seit Jahren bei stetig fallenden Preisen immer leistungsfähigere Produkte liefert. Deshalb ist die Computer bzw. Informationsindustrie mit dem Internet der ideale Partner für Bauern. Es ist an der Zeit diese Infrastruktur, welche für nicht einmal 50 Franken pro Monat unbeschränkt genutzt werden kann, intensiv in den Dienst der Landwirtschaft zu stellen. Das Internet ist der Ort, wo alle Informationen, jeglicher Qualitätsstufe für alle Menschen zugänglich werden. (Dazu gehört natürlich nicht die Weisheit des Herzens. Die kann nur jeder für sich allein in sich bzw. Bei Gott finden.) Überlassen wir das Feld nicht der Unterhaltungsindustrie, den Onlineshops und Masenmedien welche unsere Computer und Smartphones mit ablenkendem, geistigem Giftmüll fluten! Seit einigen Jahren findet via Internet zum Beispiel eine wachsende Zahl von höchst informativen Dokumentarfilmen, wie „Moving Forward“ vom Zeitgeistmovement, „Le monde selon Monsanto“ und „Zukunft pflanzen“ von Marie-Monique Robin oder „Water makes money“ ihren Weg zu Millionen von Menschen. Sie alle helfen uns, zu verstehen, wer wir sind, wie eine sinnvolle Zukunft aussehen könnte und welche Hindernisse uns dabei im Weg stehen. Und das ist bloss der Anfang. Allein schon die Möglichkeiten, die es gibt, das Verständnis der Kinder und Jugendlichen für Natur und Landwirtschaft zu fördern sind nahezu unbegrenzt.

Es gibt noch zu viele Bauern, die lieber über die Ausländer schimpfen, welche vom Schweizer Sozialsystem profitieren, als die transnationalen Banker anzuprangern, welche dem Staat Rettungsschirme abnötigen und das Reservegold der Nationalbank zu Schleuderpreisen verscherbeln. Es gibt auch noch zu viele Bauern, die über Rassisten schimpfen, aber nichts an europafreundlicher Politik mit offenen Grenzen und Massenimmigration auf dem Arbeitsmarkt auszusetzen haben. Es gibt noch zu viele Bauern, die denken, Permakultur und Zugtiere auf dem Acker seien die Antwort auf alle Fragen ohne auch nur Ansatzweise zu erklären, wie auf diesem Weg die aktuellen Mengen an Grundnahrungsmitteln für 7 Milliarden ( davon bald 4 Millionen in Städten wohnhaft) produziert werden können. Es gibt, und das ist wohl der härteste Brocken, immer noch viel zu viele Bauern, die den Boden und ihre Tiere nicht kultivieren und bereichern, sondern ausnützen und ausrauben; auf subtilere und weniger subtile Art und Weise, mit mehr oder weniger fadenscheinigen Begründungen, die meistens aus den Marketingabteilungen von Syngenta, Monsanto oder womöglich der Weltbank stammen. Deshalb brauchen wir eine Informationsoffensive, ja eine regelrechte Transformations-Bewegung.

Kein Mensch wird mehr dazu überredet werden können, in einer Armee zu dienen um ahnungslose Menschen in fremden Ländern zu töten, wenn er so gut informiert ist, dass er versteht, wem der Krieg in Wahrheit wirklich dient. Schon heute geben amerikanische Irakkriegsveteranen in öffentlichen Kundgebungen ihre Uniform und Auszeichnungen ab, aus Protest gegen den Missbrauch, der mit ihnen getrieben wurde. Morgen gehen sie die Uniform schon gar nicht mehr fassen. Kein Mensch wird mehr stolz darauf sein, in einer Bank zu arbeiten und einen Haufen Geld zu verdienen, wenn er versteht, dass unser Finanzsystem ein Diebstahls und Betrugssystem für jene ist, die genügend Kapital besitzen. Schon heute steigen mehr und mehr Banker aus ihrem Beruf aus, um einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Manche werde sogar Bauer. Morgen werden sie die sinnlose Erfahrung in einem Büro zu sitzen und über „Futures“ und „CDS“ zu reden gar nicht mehr machen wollen. Selbstverständlich wird auch keine Frau einem Mann mehr besondere Aufmerksamkeit schenken, der sein Geld mit kriminellen und unlauteren Mitteln erwirtschaftet hat, wenn sie versteht, wie zerstörerisch diese Gewalt ist und wie sie selbst letztlich als Frau, als Mutter und Mutter Erde die Leidtragende ist. Schon heute lassen sich viele Frauen scheiden, wenn sie merken, wie wenig die Beziehung zu ihrem betrügerischen Mann mit dem echten Leben und echter Erfüllung zu tun hat. Morgen werden sie diese Männer erst gar nicht mehr heiraten.

Nachsatz: Vergessen wir nicht: Geld war ursprünglich ein Kommunikationsmittel für Wertvorstellungen, das den Menschen erlaubt unabhängig vom Tauschhandel zu werden, der sich im Laufe der Spezialisierung der Berufe und der Ausweitung der Handelsnetze immer mehr verkomplizierte. Wertvorstellungen sind von Natur aus subjektiv, individuell und meistens irrational. Geld ermöglichte dass Menschen mit unterschiedlichsten Wertvorstellungen einen Tausch vollziehen konnten. Sobald wir dem anderen mit Gewalt einen Wert aufzwingen, hat das Geld seine ursprüngliche Funktion verloren. Den Bauern wird unentwegt der Wert ihrer Arbeit und der Früchte ihrer Arbeit aufgezwungen. Wenn wir uns informieren und verstehen, wie die Natur im innersten wirklich funktioniert, hören wir auf, uns und andere zu etwas zu zwingen. So und nur so werden Herr und Sklave beide zu ihren eigenen Meistern.

War forever

Alle Regierungen auf diesem Planeten haben in weiser Voraussicht bereits Krieg für die nächsten zwanzig Jahre geplant. Die US-Navy will bis 2025 das erste Drohnenkampfgeschwader einsatzbereit haben. Die Chinesen planen gleich mehrere neue Flugzeugträger. Unterschiedslos, ob amerikanisch-imperialistisch, russisch-defensiv, iranisch-autark oder israelisch-psychotisch setzen alle auf eine Zukunft voller Krieg. Alle diese Regierungen unterstützen ebenfalls die Nutzung von Kernenergie und die Manipulation der DNA in vitro.
Ich verabschiede mich deshalb aus der Debatte. Es hat keinen Sinn, diesem Wahnsinn auch nur eine Sekunde Aufmerksamkeit zu schenken. Der menschliche Bankrott ist total und global.

Opfer und Täter, Hand in Hand

Ich sehe die Toten, die Millionen von Toten, die in all den Jahrhunderten ihr Leben liessen, in Kriegen um Land,  Reichtum, Glauben und Stolz. Ich sehe wie sie sich alle die Hände reichen, die Nazis, die Juden, die Indianer, die Eroberer, die Sklaven, die Herren, die Vietkongs, die GI’s, die Israelis, die Palästinenser. Ich sehe sie lachen. Sie sind voller Traurigkeit im Anbetracht unserer Welt. Aber sie lachen, frei und befreit, weil sie verstehen, was sie, noch am Leben, nicht verstanden – nicht verstehen wollten. Könnten wir uns ihrem grossen Lachen anschliessen, BEVOR wir tot sind?

Sandys Flugzeugträger

Vor einem Jahr publizierte ich den Realfiction-Artikel über den geplanten Kauf von 5 amerikanischen Flugzeugträgern für das Rote Kreuz.( es ist interessanterweise der am häufigsten abgerufene Artikel meines Blogs) Die Träger würden in allen Weltmeeren stationiert und wären in Katastrophenfällen umgehend verfügbar. Der Hurricane Sandy, der vor allem Haiti mit ganzer Wucht traf und grosse Teil der Ernte vernichtete, ist eine weitere Katastrophe, in der ein Flugzeugträger, gefüllt mit Hilfsmaterial, medizinischer Versorgung und Nahrung gute Dienste täte. Da auch die Vereinigten Staaten stark betroffen sind, wären sogar zwei oder drei Träger hilfreich. Die Flugzeugträger sind aber nach wie vor im nahen Osten massiert platziert. Nicht um humanitäre Hilfe zu leisten, sondern um humanitäre Kriege zu führen.

 

 

Agenda 2012

Die Welt fällt aus dem Rahmen. Selbst Reformen, die scheinbar gelingen, scheitern. Bald bricht nach zehntausend Jahren Landwirtschaft eine neue Epoche an. Die Agenda 2012 ist ein kleiner Ausblick. Formuliert in der Sprache unserer Zivilisation spricht sie von einer Welt ohne Krieg, ohne Armut und ohne Angst. Die neue Zeit wird wohl anders aussehen. Die Agenda 2012 macht bloss sichtbar, wie weit wir uns von einem wahren Leben in Fülle entfernt haben und wie sehr die Werkzeuge, die wir schaffen uns nicht mehr dienen. Selbst ein einfache Holzaxt verwandelt sich in den Händen eines Familienvaters unter bestimmten Umständen in ein Instrument, mit dem er seine eigene Tochter erschlägt.

Ohne ein kollektives Erwachen der Menschen werden wir uns immer weiter von unserer wahren Bestimmung entfernen. Die Agenda 2012 macht zumindest erahnbar, wie eine erwachte Menschheit zusammenleben könnte. Heute nennt man das Utopie. Doch unsere Kindeskinder werden vielleicht unseren Glauben an die Unabwendbarkeit von Gier und Unterdrückung in dieser Welt ebenso belachen, wie wir die felsenfeste Überzeugung eines kleinen Kindes belächeln, unter seinem Bett befinde sich ganz ohne Zweifel ein grauenhaftes Monster. Auch diese Agenda 2012 werden unsere Kindeskinder als ein ganz kindliches Kuriosum, als ein flugunfähiger Prototyp der neuen Zeit in ihren Museen ausstellen, falls es so etwas wie Museen dann noch gibt. Weiterlesen

Der Astronautengarten und die Zukunft

Wir sind alle Astronauten und die Erde ist unser Raumschiff – Buckminster Fuller

Wir bewegen uns auf ein neues Zeitalter zu. Viele Versionen des neuen Zeitalters zirkulieren in den Köpfen und Herzen der Menschen. Das Internet legt davon millionenfaches Zeugnis ab. Jede Version, von der Sprengung des Planeten durch Ausserirdische über die Fortsetzung des gehabten in einer höheren Oktave bis zum goldenen Zeitalter nirvanisierter Lichtwesen ist jede Option vorhanden.

Meine Version ist diese:

Im 21. Jahrhundert errichten die vereinten Völker eine stabile, nachhaltige Zivilisation. Sie besteht einerseits aus einer mehrfach redundanten, technischen Infrastruktur, zusammengesetzt aus Energie, Transport und Kommunikationsnetzen und den Produktions und Lebensräumen, vorwiegend konzentriert als Städte angelegt. Andererseits basiert sie auf einer planetaren, sozialen Organisation, welche sowohl die unterschiedlichen Interessen der Menschen als auch ihre ethischen Prinzipien integriert und miteinander in Einklang zu bringen vermag.

Der Aufbau dieser Zivilisation hat ihren Zweck nicht in sich selbst, sondern ist auf das neue Abenteuer ausgerichtet, zu welchem die Menschen gemeinsam aufbrechen Weiterlesen