Der Astronautengarten und die Zukunft

Wir sind alle Astronauten und die Erde ist unser Raumschiff – Buckminster Fuller

Wir bewegen uns auf ein neues Zeitalter zu. Viele Versionen des neuen Zeitalters zirkulieren in den Köpfen und Herzen der Menschen. Das Internet legt davon millionenfaches Zeugnis ab. Jede Version, von der Sprengung des Planeten durch Ausserirdische über die Fortsetzung des gehabten in einer höheren Oktave bis zum goldenen Zeitalter nirvanisierter Lichtwesen ist jede Option vorhanden.

Meine Version ist diese:

Im 21. Jahrhundert errichten die vereinten Völker eine stabile, nachhaltige Zivilisation. Sie besteht einerseits aus einer mehrfach redundanten, technischen Infrastruktur, zusammengesetzt aus Energie, Transport und Kommunikationsnetzen und den Produktions und Lebensräumen, vorwiegend konzentriert als Städte angelegt. Andererseits basiert sie auf einer planetaren, sozialen Organisation, welche sowohl die unterschiedlichen Interessen der Menschen als auch ihre ethischen Prinzipien integriert und miteinander in Einklang zu bringen vermag.

Der Aufbau dieser Zivilisation hat ihren Zweck nicht in sich selbst, sondern ist auf das neue Abenteuer ausgerichtet, zu welchem die Menschen gemeinsam aufbrechen – die Erkundung des Universums jenseits der bestehenden Kategorien von Überleben, Krieg und Unterhaltung. Naturwissenschaft, Philosophie und Spiritualität erhalten eine neue Bedeutung. Die Erde wird damit zum ersten Mal in er Geschichte der Menschheit zu einem „SPIELRAUM“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Zivilisation hat den Zweck darin, eine solide Basis zu schaffen – so wie heutzutage die meisten ihr Haus oder Wohnung haben und sie so einrichten, dass sie sich, geschützt vor Wetter, Hitze und Kälte erholen können, mit direktem Zugang zu Wasser, Lebensmitteln, Schlafplätzen, Waschgelegenheiten und Spielräumen. Jeder der schon einmal ein Haus gebaut hat oder umgezogen ist, kennt die Zeit des Bauens oder Einrichtens einer neuen Bleibe. Sie nimmt im Bewusstsein einen relativ hohen Stellenwert ein. Die Gedanken kreisen um Kühlschrank, Telefonanschluss, Vorhangstangen. Ist es eine alte Bude, muss erst einmal neu gestrichen und womöglich ist eine Erneuerung der elektrischen Installationen fällig. Ist es ein Neubau, muss erst einmal eine ganze Weile Erdreich verschoben und Zement angerührt werden, bevor man sich den Details der Inneneinrichtung zuwenden kann.

Das 21. Jahrhundert ist die Endphase des Einzugs des Menschen auf dem Planeten Erde. Technisch gesehen, also materiell-naturwissenschaftlich, besteht die Endphase aus der Kombination aller bewährten, bekannten Elemente. Das Rad braucht nicht neu erfunden zu werden. Es geht in erster Linie um die effektive Nutzung aller vorhandenen Werkzeuge. Die Landwirtschaft ist dafür das beste Beispiel. Die Mechanisierung und Automatisierung stehen ganz und gar nicht im Widerspruch mit einer nachhaltigen Nutzung der Tier und Pflanzenwelt. Sie kann sogar zu einer gezielten Erhöhung der Biodiversität führen und dabei höhere Hektarerträge erwirtschaften. Selbstverständlich werden dadurch fundamentale Fragen wie der Sinn und das Recht, Tiere zu töten nicht beantwortet. Aber Menschen mit leeren Mägen werden nie dazu bewegt werden können, sich diese Frage zu stellen BEVOR ihre Mägen gefüllt sind. Oftmals nicht einmal dann, wenn es sich um ihre seelischen oder geistigen „Mägen“ handelt.

Sozial gesehen, also politisch und religiös, gehört zu dieser Endphase bzw. Übergangsphase, dass wir uns definitiv als EINE Spezies definieren, die gemeinsam diesen Planeten bewohnt und nutzt. Wir sind zwar weiterhin Angehörige verschiedener Völker, Kulturen, Traditionen und Sprachräume – aber das soziale Zusammenleben auf dem Planeten beruht auf wenigen, verbindlichen, allgemein akzeptierten Standards. Diese Standards sind heutzutage bekannt unter dem Namen „Internationales Recht“. Ein verbindliches internationales Rechtssystem, das von allen Völkern akzeptiert wird, ist die Voraussetzung für den Aufbau einer stabilen Zivilisation. Es existiert heute leider immer noch bloss auf dem Papier und auch dort nur bruchstückhaft und widersprüchlich.

Diese beiden Dimensionen, die wissenschaftlich-technische, materielle Dimension und die sozio-politische, religiöse Dimension bedingen einander gegenseitig. Sie sind miteinander untrennbar gekoppelt, „verschränkt“, sagt man im Quantenreich. Eine moderne Landwirtschaft, welche in einem relativen Einklang mit der Natur ist, kann nur dann im grossen Stil entstehen, wenn der politische Rahmen dafür besteht. Das gleiche gilt für sämtliche andere technischen Bereiche des zivilisierten Lebens, von Hausbau, über Industrie bis zu Medizin. Dieser politische Rahmen muss eindeutig und unausweichlich den Menschen, also ihren materiellen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen dienen, nicht einem Götzen, einem System oder einer Ideologie.

Der Astronautengarten soll Ausdruck und Beispiel dieses Übergangs in eine neue Welt sein, eine solide Basis, von der aus wir so bald wie möglich in unbekannte Gefilde des Lebens aufbrechen. Lichtnahrung, Telepathie, Teleportation, Energie-Informationsverschränkung, kollektives Wachträumen, das sind dann womöglich die Spielfelder der neuen Welt.

C’est parti!

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