Agenda 2012

Die Welt fällt aus dem Rahmen. Selbst Reformen, die scheinbar gelingen, scheitern. Bald bricht nach zehntausend Jahren Landwirtschaft eine neue Epoche an. Die Agenda 2012 ist ein kleiner Ausblick. Formuliert in der Sprache unserer Zivilisation spricht sie von einer Welt ohne Krieg, ohne Armut und ohne Angst. Die neue Zeit wird wohl anders aussehen. Die Agenda 2012 macht bloss sichtbar, wie weit wir uns von einem wahren Leben in Fülle entfernt haben und wie sehr die Werkzeuge, die wir schaffen uns nicht mehr dienen. Selbst ein einfache Holzaxt verwandelt sich in den Händen eines Familienvaters unter bestimmten Umständen in ein Instrument, mit dem er seine eigene Tochter erschlägt.

Ohne ein kollektives Erwachen der Menschen werden wir uns immer weiter von unserer wahren Bestimmung entfernen. Die Agenda 2012 macht zumindest erahnbar, wie eine erwachte Menschheit zusammenleben könnte. Heute nennt man das Utopie. Doch unsere Kindeskinder werden vielleicht unseren Glauben an die Unabwendbarkeit von Gier und Unterdrückung in dieser Welt ebenso belachen, wie wir die felsenfeste Überzeugung eines kleinen Kindes belächeln, unter seinem Bett befinde sich ganz ohne Zweifel ein grauenhaftes Monster. Auch diese Agenda 2012 werden unsere Kindeskinder als ein ganz kindliches Kuriosum, als ein flugunfähiger Prototyp der neuen Zeit in ihren Museen ausstellen, falls es so etwas wie Museen dann noch gibt. Weiterlesen

Norbert Brakenwagen liest die globale Verfassung

Nach dem Interview auf Schweiz 5 hat sich Norbert Brakenwagen die Zeit genommen, mein Buch ganz zu lesen und es gestern auf Time To Do nochmals ausführlich vorgestellt. Der nächste logische Schritt wäre eine Debatte der vorgestellten Thesen  der „Globalen Verfassung“. Denn schon jeder einzelne Artikel der Verfassung – mal ganz abgesehen vom Grundlatenteil „Diagnose“ –  enthält eine Menge Sprengstoff und auch eine Menge Fehler, weshalb ich mittlerweile an einem neuen Buch arbeite. Nicht nur Rousseau war mit seinem „Gesellschaftsvertrag“ unglücklich, auch ich bin es mit der „Globalen Verfassung“.  Mir ist mittlerweile klar geworden, dass es eine globale Verfassung so nicht geben kann, sondern bloss allgemein anerkannte universelle Spielregeln und Gesetze. Das mag nach Spitzfindigkeit riechen, aber wer Worte und ihre Bedeutung schätzt und liebt, ahnt worauf ich hinaus will. Ein Beispiel: Die 12 Volt Autobatterie ist ein weltweiter Standard. Es gibt eine übersichtliche Anzahl von Typen für kleinere und grössere Motoren. Abgesehen davon sind sie universell verwendbar. Man kann deshalb von einem Universalstandard sprechen. Ich habe noch nie von jemandem gehört, der gegen die grausame Unterdrückung der Völker dieser Erde protestierte, weil sie mit einer 12 Volt Batterie in tyrannischer Weise gleichgeschaltet werden. Jeder, der für besondere Zwecke eine andere Batterie, mit einem anderen Standard braucht, kann diese abgesehen davon selber herstellen oder herstellen lassen. Ein einheitlicher, universeller Standard dient den Menschen. Damit wird natürlich nicht beantwortet, ob uns Autobatterien, Autos und anderer Zivilisationskram wirklich dienen oder uns letztlich zu entfremdeten Plastikwesen degradieren.

Ich glaube, dass Spielregeln, welche von allen Völkern auf dem Planeten genutzt werden können, den Charakter von solchen Universalstandards haben sollten. Also auch immer die Möglichkeite offen lassen, für besondere Zwecke einen eigenen Standard zu entwickeln – der vielleicht sogar eines Tages zum neuen Universalstandard wird, falls er das Zeug dazu hat. Es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich mich vom Wort „Global“ immer mehr distanziere: es hat den Beigeschmack des ultimativen Egos, so wie es uns mittlerweile als Ökofaschismus begegnet, als kollektive Furcht vor der Zerstörung des Planeten, und so wie wir es schon lange kennen, als Traum einzelner Familien, Völker und Religionen (allen voran die Zionisten und amerikanischen Evangelisten) die Globale Weltherrschaft zu errichten. Global bezieht sich auf unsere Besessenheit von unserer Existenzangst auf diesem endlichen, gleichzeitig fragilen und urmächtigen Geschöpf Mutter Erde. Universell hingegen, bezieht sich auf den Geist und das Herz. Das Universelle fürchtet sich nicht vor Untergang und Tod, es umsorgt alles Lebendige. Wir studieren ja übrigens auch nicht in der Globalität sondern in der Universität – auch wenn mittlerweile Ersteres häufiger auf diese postmodernen Indoktrinationsanstalten zutrifft.

Fortsetzung folgt. Hier die Sendung auf Time To Do

Venus 2.0

Jacque Fresco hat es endlich geschafft, zumindest teilweise, die politische Dimension in seinen naturwissenschaftlich-technischen Diskurs zu integrieren. Das ist ein grosser Schritt. Im neuen Film über das Venus Project, wird die blockierende Funktion des Geldes in seiner heutigen Natur sehr anschaulich dargestellt. Jene, die seine futuristischen Modelle von Häusern und Raumschiffen nicht mögen, sollten sich dadurch nicht davon abhalten lassen, die Essenz seiner Arbeit zu erkennen, welche nichts mit Design und Ästhetik zu tun hat. Jacque Fresco selbst sagt: Seine Modelle sind bloss Illustrationen seines Weltbildes, keine Baupläne für eine technokratische Diktatur.

Der Film kann mit deutschen Untertiteln geschaut werden – auf CC unter dem Bild klicken.