Norbert Brakenwagen liest die globale Verfassung

Nach dem Interview auf Schweiz 5 hat sich Norbert Brakenwagen die Zeit genommen, mein Buch ganz zu lesen und es gestern auf Time To Do nochmals ausführlich vorgestellt. Der nächste logische Schritt wäre eine Debatte der vorgestellten Thesen  der „Globalen Verfassung“. Denn schon jeder einzelne Artikel der Verfassung – mal ganz abgesehen vom Grundlatenteil „Diagnose“ –  enthält eine Menge Sprengstoff und auch eine Menge Fehler, weshalb ich mittlerweile an einem neuen Buch arbeite. Nicht nur Rousseau war mit seinem „Gesellschaftsvertrag“ unglücklich, auch ich bin es mit der „Globalen Verfassung“.  Mir ist mittlerweile klar geworden, dass es eine globale Verfassung so nicht geben kann, sondern bloss allgemein anerkannte universelle Spielregeln und Gesetze. Das mag nach Spitzfindigkeit riechen, aber wer Worte und ihre Bedeutung schätzt und liebt, ahnt worauf ich hinaus will. Ein Beispiel: Die 12 Volt Autobatterie ist ein weltweiter Standard. Es gibt eine übersichtliche Anzahl von Typen für kleinere und grössere Motoren. Abgesehen davon sind sie universell verwendbar. Man kann deshalb von einem Universalstandard sprechen. Ich habe noch nie von jemandem gehört, der gegen die grausame Unterdrückung der Völker dieser Erde protestierte, weil sie mit einer 12 Volt Batterie in tyrannischer Weise gleichgeschaltet werden. Jeder, der für besondere Zwecke eine andere Batterie, mit einem anderen Standard braucht, kann diese abgesehen davon selber herstellen oder herstellen lassen. Ein einheitlicher, universeller Standard dient den Menschen. Damit wird natürlich nicht beantwortet, ob uns Autobatterien, Autos und anderer Zivilisationskram wirklich dienen oder uns letztlich zu entfremdeten Plastikwesen degradieren.

Ich glaube, dass Spielregeln, welche von allen Völkern auf dem Planeten genutzt werden können, den Charakter von solchen Universalstandards haben sollten. Also auch immer die Möglichkeite offen lassen, für besondere Zwecke einen eigenen Standard zu entwickeln – der vielleicht sogar eines Tages zum neuen Universalstandard wird, falls er das Zeug dazu hat. Es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich mich vom Wort „Global“ immer mehr distanziere: es hat den Beigeschmack des ultimativen Egos, so wie es uns mittlerweile als Ökofaschismus begegnet, als kollektive Furcht vor der Zerstörung des Planeten, und so wie wir es schon lange kennen, als Traum einzelner Familien, Völker und Religionen (allen voran die Zionisten und amerikanischen Evangelisten) die Globale Weltherrschaft zu errichten. Global bezieht sich auf unsere Besessenheit von unserer Existenzangst auf diesem endlichen, gleichzeitig fragilen und urmächtigen Geschöpf Mutter Erde. Universell hingegen, bezieht sich auf den Geist und das Herz. Das Universelle fürchtet sich nicht vor Untergang und Tod, es umsorgt alles Lebendige. Wir studieren ja übrigens auch nicht in der Globalität sondern in der Universität – auch wenn mittlerweile Ersteres häufiger auf diese postmodernen Indoktrinationsanstalten zutrifft.

Fortsetzung folgt. Hier die Sendung auf Time To Do

Keine Soldaten – keine Kriege! Jetzt drohen Drohnen.

Wieder haben eine Gruppe von geläuterten US-Soldaten ihre Kriegmedaillen publikumswirksam abgegeben. Hunderttausende sind ihrem Beispiel noch nicht gefolgt. Neue Jungs werden rekrutiert, damit sie dann nach vollbrachtem Verbrechen geläutert ihre Medaille abgeben können. Für den Fall, dass der Nachschub eines Tages dennoch ausgeht und die Jungs sich ihr Geld lieber auf heimischem Boden zusammenstehlen, anstatt es als Soldaten zu abzuverdienen, werden jetzt immer mehr Drohnen entwickelt. Vielleicht finden sich sogar ein paar hirnverbrannte Videogamer, die gerne von ihrem Heimcomputer aus eine solche Drohne zum Zeitvertrieb ins Ziel steuern. So könnte das Pentagon sogar die Ausgaben senken. Fürs betanken der Drohnen kämen Typen wie Beisserchen und Nummer 3 aus den populären James Bond Filmen in Frage. Oder Behinderte. Es ist nicht auszuschliessen, dass ein geistig Behinderter soweit geschult werden kann,  eine Drohne zu betanken und deren Bombenschacht neu zu befüllen. Man könnte das sogar PR wirksam als Integrationserfolg von Behinderten in die Arbeitswelt vermarkten. Die Frage bleibt bloss, wer die Drohnentankwarte schult und wer die Drohnen weiterentwickelt. Wenn die Ingenieure ebenfalls den Dienst quittieren und auch keiner mehr Raketen zusammenschrauben will, müsen die Drahtzieher der Schlächtereien eines Tages selbst in den Blaumann steigen.